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Lieber Friedhelm, herzlichen Dank, dass ihr gestern im Medienhaus dabei gewesen seid. Wunschgemäß stelle ich sehr gerne die Kurzgeschichte ein:
Heiligabend 1981
Am Heiligen Abend 1981 hatte ich Nachtdienst im damaligen Schutzbereich II, auf der Kaiserswerther Straße 132, in Düsseldorf.
Den Spätdienst hatten wir bereits um 20.00 Uhr abgelöst, damit die Kollegen noch rechtzeitig nach Hause kamen, um mit ihren Familien den Heiligabend zu feiern.
An diesem 24.12. fuhr ich mit meinem Kollegen Dietmar Sch. Auf dem Funkstreifenwagen des Düssel 12/12. Unser Bereich war damals Derendorf und Pempelfort. Direkt nach der Dienstbesprechung bestiegen mein Kollege und ich den Streifenwagen, es handelte sich um einen VW-Passat. Es war ziemlich kalt, und es fing allmählich an zu schneien. Der Schnee blieb liegen und schon nach kurzer Zeit bildete sich eine geschlossene Schneedecke. So war es nicht verwunderlich, dass wir ein paar Einsätze bekamen, die mit kleineren Unfällen im unmittelbaren Zusammenhang standen.
Es gab auch einen Einsatz wegen Streitigkeiten, und das am Heiligen Abend. Aber diesen Streit konnten wir schließlich nach einem längeren Gespräch erfolgreich schlichten. Gegen 21.30 Uhr fuhren wir die Wache an, wir hatten voraussichtlich eine Stunde „D“ wie Dora. Das war die Abkürzung für Dienst auf der Wache.
Auf der Wache hatte unser DGL (Dienstgruppenleiter) ein kleines Büfett für seine Mannschaft vorbereitet. Es bestand aus mehreren Salaten, wie Kartoffelsalat, Nudelsalat und Geflügelsalat. Darüber hinaus gab es kleine Frikadellen und Hähnchenschenkel und Spargelröllchen. Die Kollegen, die Innendienst und „D“ hatten, saßen dann eine kleine Weile zusammen, es wurde gegessen, und es wurden Gespräche geführt, die schon mit weihnachtlichen Erinnerungen zu tun hatten. Nach einer halben Stunde bekamen mein Kollege und ich einen Einsatz durch die Leitstelle Düssel. Im Hofgarten sollten sich mehrere Nichtsesshafte aufhalten und ein Feuer entfacht haben. Noch vor der Wache mussten wir zunächst mal die Scheiben unseres Streifenwagens vom Schnee befreien. Es hatte stark geschneit, und es schneite immer weiter. Nach 10 Minuten erreichten wir den Hofgarten und gelangten mittels eines Pollerschlüssels durch die Absperrung. Kurz vor dem „Venushügel“, der hieß deswegen so, weil sich dort im Sommer Liebespaare aufhielten, hielten wir an und gingen zu Fuß weiter. Ca. 50 Meter hinter diesem Hügel konnten wir ein Lagerfeuer ausmachen. Vor dem Feuer saßen 4 männliche und 2 weibliche Personen, die ihrer Kleidung nach zu den sogenannten Nichtsesshaften gehörten. Wir überprüften die Personen, keine von ihnen wurde polizeilich gesucht. Aber einige waren schon im Vorfeld durch kleine Diebstähle oder „Schwarzfahren“ aufgefallen. Die Personen hatten zum Teil Bierflaschen und Rotweinflaschen dabei und wärmten sich an dem Feuer. Sie waren auch nicht laut und grölten nicht, wie bekannt herum. Sie schienen sichtlich berührt und nachdenklich zu sein. Eigentlich hätten wir jetzt einschreiten müssen. Aber es war Heiligabend, es war sehr kalt und das Lagerfeuer war auch so geartet, dass es wohl keine große Gefahr darstellte. Dietmar und ich schauten uns an, wir verstanden uns sofort und wünschten den Personen eine frohe Weihnacht. Wir gingen zu unserem Streifenwagen zurück. Im Wagen sitzend unterhielten wir uns über diese armen Menschen und uns fiel was dazu ein. Zunächst meldeten wir der Leitstelle, dass kein weiterer Einsatz nötig sei, da sich die Personen umsichtig benahmen und auch das Feuer keine Gefahr darstellen würde. Dann fuhren wir zur Wache zurück.
Auf der Wache hatte man uns seitens der Behörde „Weihnachtstüten“ zur Verfügung gestellt. Diese Weihnachtstüten enthielten Schokolade, Marzipan, einen kleinen Christstollen, Lebkuchen, 1 Apfelsine und 1 Apfel. Dietmar und ich stellten diese gleich zur Verfügung. Und wir fanden noch 4 weitere Kollegen, die auch dazu bereit waren. Dann hatten uns verschiedene Konsulate zu Weihnachten Wein geschenkt. Davon zwackten wir auch drei Flaschen ab. Wir nahmen die 6 Tüten und den Wein und brachten sie den Nichtsesshaften in den Hofgarten. Was für eine Freude, für diese Menschen. Wir hatten selten so glückliche Menschen gesehen und erfuhren selbst auch ein ganz tolles Glücksgefühl.
Das war für den Kollegen Dietmar Sch. Und für mich ein schöner Heiligabend, auch wenn wir ihn nicht mit unseren Familien feiern konnten. Wir haben ihn nie vergessen und denken mit großer Freude daran zurück.
© Manfred Wrobel
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